Von den mystischen Kloster-Ruinen zum westlichsten Punkt Kontinental-Europas

Im März 2015 waren wir in dem Naturschutzgebiet Parque Natural de Sintra-Cascais in der Nähe von Lissabon. Eine interessante Wandertour von einer spirituellen Ruine hin zum westlichsten Punkt des europäischen Festlandes – Cabo da Roca – machte dies zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Während meines 8-monatigen Erasmus-Aufenthalts in Lissabon gemeinsam mit Vera haben wir stets Möglichkeiten gesucht, dieser Stadt ein wenig zu entfliehen, um uns in kleine Abenteuer in der Natur zu stürzen. So hatte es uns nun ein zweites Mal in den riesigen und wunderschönen Naturpark Parque Natural de Sintra-Cascais 25km westlich von Lissabon verschlagen.
Bei einem ersten Besuch haben wir die Kleinstadt Sintra erkundet und uns von dort auf eine kleine Wandertour hinauf zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region, den Palácio Nacional da Pena, begeben. Dieses Mal aber wollten wir etwas anderes erleben – abseits des Touristentrubels.
Also sind wir frühmorgens, ausgestattet mit Kameras, Verpflegung und Soundbox sehr günstig mit dem Zug 45 Minuten von Lissabon nach Sintra gefahren, dort rein ins Taxi und ab zu einem mystischen Ort, einem verlassenen Kloster der Franziskaner, das Convento dos Capuchos, mitten im Naturpark.

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Ein wirklich mystischer und auch spiritueller Ort. Das Kloster wurde 1560 gegründet und Teile der Architektur sind in den Fels gehauen, welche einem das Gefühl einer besonderen Nähe zur Natur gibt. Generell sind wir überwältigt von der Vorstellung und den Gefühlen, wie die Mönche hier ihr minimalistisches Leben verbracht haben, inmitten dieser beeindruckenden, fast dschungelähnlichen Natur.

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Nach dem wir die Gebäude erkundet haben, begeben wir uns über in den Fels gehauene Treppen, welche mit Moos und Wurzeln überwachsen sind, auf eine Anhöhe – eine Art spiritueller Garten. Ein Gefühl unglaublicher Ruhe, Zeitlosigkeit und Natürlichkeit durchströmt uns – schon fast meditativ. Ein wirklich perfekter Ort, um der Stadt und der schnelllebigen Welt zu entfliehen. Klettert man hier auf einen der großen runden Felsen, hat man eine unglaubliche Panorama-Aussicht auf die weite Ebene der Umgebung – ein traumhafter Ausblick!
Nach diesem Höhepunkt haben wir uns erst einmal eine kleine Verschnaufpause gegönnt und uns für den „Abstieg“ zum ca. 10km entfernten westlichsten Punktes Kontinental-Europas vorbereitet.

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Nach gut 3 Stunden Wandern auf angenehmen Wegen durch den sintraischen Dschungel erreichen wir unser Ziel – Cabo da Roca – den westlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Auf dem Weg haben wir beeindruckende Natur gesehen, welche ich bis heute noch vor Augen habe. Getoppt wird das nur noch als wir die Grenze des Waldes endlich erreichen – vor uns erstreckt sich der weite Horizont, in welchem sich das Blau des Himmels und des Atlantischen Ozeans vermischen. Unglaublich!

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Am Ziel angekommen, ist es ein interessanter und unbeschreiblicher Moment an der Kante des Kontinents zu stehen. Von diesen Klippen an erstreckt sich der weite Ozean bis hin zum amerikanischen Kontinent. Man fühlt sich wie am Rand der Welt angekommen. In Verbindung mit dem Besuch der Klosterruinen ein wirklich mystisches Gefühl.

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Wir erkunden noch ein wenig die Klippen und das Küstengebiet und finden einen hübschen Vorsprung an den Küstenhängen, wo wir etwas verweilen, Musik hören, essen und einfach die Aussicht genießen.

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Für den Weg nach Hause begeben wir uns zurück zum Leuchtturm des Cabo da Roca, von wo wir mit dem Bus nach Cascais fahren, eine wunderschöne kleine Stadt in einer sandigen Bucht, die es sich auch lohnt zu besuchen. Hier angekommen, nehmen wir den Zug entlang der Atlantikküste zurück nach Lissabon. Eine schöne und entspannte Fahrt, auf welcher man träumerisch das erlebte Revue passieren lassen kann.
Für alle, die gerne wandern, gerne in der Natur sind und mal etwas abseits der typischen Touristen-Sehenswürdigkeiten, -Wege und Aussichtsplattformen erleben möchten, kann ich eine solche Tour nur wärmstens empfehlen.

Die Fotos wurden mit einer Zenit 11 und dem Helios-44-2 Objektiv (f2/58mm) auf Kodak T-Max 400 und Fujicolor C200 fotografiert.

 


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